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Daniela Schneider (2017)

Forschungsschwerpunkte

Der Adenosin A1-Rezeptor (A1AR) stellt einen von vier derzeit bekannten Adenosinrezeptor-Subtypen dar und wird im gesamten Körper, vor allem aber im zentralen Nervensystem, exprimiert. Dieser Rezeptortyp wird mit zahlreichen physiologischen Prozessen wie z.B. der Schlafregulation, Gedächtnisformung und Neuroprotektion in Verbindung gebracht, spielt aber auch bei Krankheiten wie Epilepsie und Alzheimer eine wichtige Rolle. Aufgrund seiner zentralen physiologischen Bedeutung ist die Erforschung des A1AR im lebenden Organismus mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) von großem wissenschaftlichem Interesse, insbesondere im Hinblick auf ein besseres Verständnis der Pathogenese verschiedener Erkrankungen.

 

Die Entwicklung des 18F-markierten Xanthinderivates 8-Cyclopentyl-3-(3-[18F]fluorpropyl)-1-propylxanthin ([18F]CPFPX) lieferte einen A1AR-Radioliganden (Tracer), der mittlerweile erfolgreich in der Forschung (sowohl am Tier als auch am Menschen) eingesetzt wird. Ein entscheidender Nachteil dieser Verbindung ist jedoch der schnelle metabolische Abbau im Körper und die daraus resultierende kurze biologische Halbwertszeit. Die kürzlich erfolgte Aufklärung der Abbaumechanismen von CPFPX führte zur Entwicklung neuer Liganden mit leicht abgewandelter molekularer Struktur, die sich in vitro durch eine erhöhte metabolische Stabilität auszeichnen.

Im Rahmen der Dissertation sollen zwei dieser neuentwickelten A1AR-Tracer auf ihre Eignung für die PET-Bildgebung hin überprüft werden. Schwerpunkt dieser präklinischen Evaluierung ist die PET-basierte Untersuchung der Pharmakokinetik und Biodistribution der beiden Substanzen sowie deren Rezeptorbindung im Gehirn. Anhand der gewonnenen Daten soll darüber hinaus eine Einschätzung hinsichtlich der Aussagekraft von in vitro-Test vorgenommen werden.